„Jeder Schritt zählt“. Unter diesem Motto machten sich am Freitagmorgen nach dem 6 Uhr Gottesdienst ca. 130 Pilgerinnen und Pilger auf den Weg von Mömbris nach Walldürn. Erstmals wieder ohne besondere Einschränkungen nach der Corona-Pandemie.
Die Wallfahrtsleitung um Steffen Wissel und Stefanie Schmittner begrüßte alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer und bedankte sich besonders bei denen, die erstmals mit ihren Impulsen zum Thema eine Wegstrecke gestalteten.
Josepha und Klara Kemmerer, unterstützt von Margit Gries begleiteten mit herzerfrischendem Gitarrenspiel und Gesang die Lieder der Wallfahrt.
Das Leitwort „Jeder Schritt zählt“, bot Raum vielfältiger Betrachtungsweisen, welche die Pilgerschar immer wieder in ihren Bann zogen.
So richteten u.a. Julia Glaser und Markus Büttner ihre Blicke auf Filme und Fernsehserien, welche „Schritte“ in ihrem Titel tragen und interpretierten gekonnt diese Schritte für das Leben.
Gisela Heimbeck für die KAB mit ihren einfühlsamen Worten zum Leitwort, Sabine Werner-Schnicker mit dazu passenden Eindrücken ihrer Namibia-Reise sowie Andreas Thoma und Tobias Franz mit ihren sehr persönlichen „Lebensschritten“ brachten die große Wallfahrtsgruppe durch ihre vorgetragenen Gedanken zum Mit- und Nachdenken.
Der erste Wallfahrtstag endete mit freudiger Begrüßung in Roßbach durch Pfarrer Martin Wissel.
Mit dem Gottesdienst in der örtlichen Pfarrkirche, die Pfarrer Waldemar Kilb zelebrierte, startete die Wallfahrt in den zweiten Tag. Auf dem Weg nach Eichelsbach erörterten Margit und Bernd Gries, was man mit den „Füßen alles erleb- und erfahrbar machen kann“. Es folgte der traditionelle Bibelmorgen mit Erika Ullrich, die zum 25. Mal die Bibelexegese vornahm. Diesmal zum Thema „Frauen im Alten Testament mit besonderem Blick auf Ruth“.
Eine weitere Premiere erlebten die Pilgerinnen und Pilger durch Diakon Michael Völker, der die „Geburt als Schritt ins Leben“ in den Fokus seiner Betrachtung stellte.

Nach der Mittagsrast in Mönchberg erfreuten die Wallfahrtsteenies mit ihrem Vortrag. Im Dialog ließen sie nach vielen Jahren die Großfamilie anlässlich des 18. Geburtsages der Enkelin wieder einmal zusammenkommen. Jedes Familienmitglied berichtete über seine bisweilen kuriosen eigenen Lebensschritte und sorgte so für Irritation und Auseinandersetzung im Familienkreis. In einer Meditation wurde deutlich, dass Lebensschritte für unterschiedliche Menschen auch unterschiedliche Bedeutungen haben. Schritt für Schritt können Ziele und Träume wachsen.
„Bewegung“ kam in die Pilgergruppe, als Kinder sogenannte Glücks-Muggel verteilten. Und im erfrischenden Vortrag der Kinder stellte sich heraus, dass 15 „Glückspilze“ die Wallfahrt erfreuten. Glück in allen Varianten auch als ein möglicher „Schritt im und ins Leben“ wurde aus dem Blickwinkel der 15 Wallfahrts-Kids begeisternd in den Raum gestellt.
Eine riesige La-Ola-Welle war der Dank für die Wallfahrts-Teenies und -Kinder. Diese beiden Gruppen stehen exemplarisch dafür, dass die Mömbriser Wallfahrt frisch, jung und dynamisch ist und so in der Tradition der Mömbriser Wallfahrt lebendig, Schritt für Schritt, weiterlebt.
Abgerundet wurde der zweite Wallfahrtstag durch Dankesworte und Fürbitten mit entsprechenden Erläuterungen durch Manfred Ullrich. Ein herzlicher Empfang im Kloster Engelberg durch Pater Richard und seinen Abendsegen sorgte für einen erfüllten Tagesabschluss.
Traditionell begleitet die Strötzbacher „Harmonie“ ab Sonntag musikalisch die Wallfahrt, unterstützt von mehreren Blasmusikerinnen und Blasmusikern unterschiedlicher Ortschaften. So auch diesmal, bereits während der Frühmesse in der Klosterkirche gemeinsam mit Organist Frank Ledergerber.
Ihr Debüt gaben am dritten Wallfahrtstag „Die drei Mädels von der Wegstrecke“ (Sabrina Jüstel, Elena Lippert, Maria Wissel) mit ihrer kurzweiligen Auslegung der Wallfahrtsthematik.
Stellvertretend für die Senioren übernahm abermals Erika Ullrich das Wort und zeigte auf, wie erfüllend die Schritte im letzten Lebensdrittel sein können.

Nach der Mittagsrast in Gerolzahn mit dem baldigen Blick auf die Türme der Walldürner Basilika nahmen Hubert Pauly, Sonja Roth und Jochen Staab die Wallfahrtsgruppe, inzwischen auf ca. 180 Personen angewachsen, mit in ihre ganz persönlichen „Rück-Schritte“, die im Leben jedoch durchaus „Schritte nach vorne“ sein können.
Unter den Klängen des gleichnamigen Liedes zog man am Nachmittag gemeinsam mit den bereits wartenden Fahrradwallfahrern in den „großen Gnadenort“ ein und wurde zuvor von Pater Josef und seinen Begleitern besonders herzlich empfangen.
Abgeschlossen wurde der wunderschöne Wallfahrtssonntag mit dem musikalischen Abendlob in der Basilika. Die Sopranistin Mieke Pfarr-Harfst, begleitet von Frank Ledergerber am E-Piano sowie das Bläserensemble (Matthias Faller, Bernd Gries, Hartmut Schuhmacher, Jochen Staab) und einfühlsame Psalm-Worte, meditativ vorgetragen von Josepha Kemmerer und Dirk Kues, zauberten einen ganz besonders ergreifenden Klang in den mächtigen Raum der Basilika.
Nach dem Hochamt am Montagmorgen und dem Ständchen für die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Kranken- und Buswallfahrt zog die Mömbriser Pilgergruppe feierlich aus der Basilika durch das Spalier zahlreicher Besucher des Walldürner Zentrums.
Die letzte Etappe führte von Goldbach über Unterafferbach, Breunsberg und Daxberg (mit letzter Einkehr in der Mehrzweckhalle) zum heimatlichen Gnadenort in die Mömbriser Pfarrkirche. Zuvor empfing Diakon Michael Völker mit einer Ministrantengruppe die Wallfahrtsgemeinschaft und in einer Gedenkminute und Gebeten erinnerte man an die im letzten Jahr verstorbenen Mitglieder des Mömbriser Wallfahrervereins an der Steele am Klinger.
Ein aufrichtiger Dank der Wallfahrtsleitung an alle Wallfahrerinnen und Wallfahrern, den Gruppen, die die Wegstrecken ausdrucksstark gestalteten, dem Orga-Team um Dagmar Schmitt, dem Leiter der Technik, Andreas Behl und den Trägern der Lautsprecher, den Fahrern des LKW und der Begleitbusschen, dem Sicherheitsteam, welches umsichtig den Verkehr regelte und den Kreuz- und Fahnenträgern sowie den Gitarristinnen und Blasmusikern und Blasmusikerinnen, ohne die man sich die Wallfahrt nicht vorstellen könnte, beschloss die Walldürn-Wallfahrt 2023.
Das größte Lob gebührt Steffen Wissel und Stefanie Schmittner, die als Wallfahrtsleitung zugleich Kraftquelle für alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer sind sowie dem gesamten Team der Vorstandschaft des Mömbriser Wallfahrervereins. Stehende Ovationen waren der aufrichtige Dank für die Organisation und Durchführung. Jeder Schritt hat gezählt, hat seine Bedeutung. Die gelungene und bewegende Wallfahrt 2023 wird noch lange im Alltag nachklingen!

Jochen Staab

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